Inklusion und Barrierefreiheit

Nach dem Verständnis der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen gehören Autonomie und soziale Inklusion unauflöslich zusammen; ihre „wechselseitige Verwiesenheit“ macht deutlich, dass Autonomie auf ein selbstbestimmtes Leben in sozialen Bezügen zielt (vgl. Bielefeldt 2008). Ähnlich bezeichnete der Deutsche Verein* (vgl. Deutscher Verein 2009) in seinen Empfehlungen zur Weiterentwicklung zentraler Strukturen in der Eingliederungshilfe die heutige Stellung behinderter Menschen in unserer Gesellschaft als „Subjekte der Teilhabe“ (nicht mehr „Objekte der Fürsorge“). In dieser Bezeichnungsind die Eigenständigkeit einer Person und das Eingebundensein in Lebenssituationen und Lebensbereiche miteinander verknüpft. Damit ist die Zielperspektive des Sozialgesetzbuch IX,

Selbstbestimmung und Teilhabe, umrissen – eine Zielsetzung, die selbstverständlich auch für Menschen mit schweren Behinderungen gilt. Die Umsetzung vollzieht sich auf verschiedenen Ebenen: in der persönlichen  Beziehung zu anderen Menschen und in der Gestaltung des Alltags, in subjektiv bedeutsamen Lebensbereichen, in der Teilhabe an der Gemeinschaft und am Leben in der Gemeinde im Sinne von „being part of the community“. Das bedeutet, nicht nur gemeindeintegriert zu wohnen, zu arbeiten oder zu studieren, sondern Teil der Gemeinde und heißt selbstverständlich auch Teil jeder Hochschule zu sein. Das ist der Kern von Inklusion.

Quellen

*Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. Quellen: Deutscher Bundestag (21.12.2008): Gesetz zu dem Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 13. Dezember 2006 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sowie zu dem Fakultativprotokoll vom 13. Dezember 2006 zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, Gesetz zur UN- Behindertenrechtskonvention. In: Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil II Nr. 3. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 16.09.2015.

Deutscher Bundestag (27.04.2002): Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen, BGG, vom 19.12.2007. In: BGBl. I S. 160. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 19.06.2009.

Bielefeldt, Heiner (2008): Zum Innovationspotenzial der UN-Behindertenrechtskonvention. Essay. Berlin. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 10.09.2015.

Kautza, J. (2009): Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Bedarfsermittlung und Hilfeplanung in der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen. Hg. v. Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. Berlin. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 10.09.2015.

Kontakt

Prorektor für besondere Aufgaben

Behindertenbeauftragte der Hochschule

Beratung: Studium mit Behinderung, chronischer oder psychischer Erkrankung

Schwerbehindertenvertretung

Beeinträchtigt studieren - Umfrage best2 abgeschlossen

Von November 2016 bis März 2017 wurden an über 150 Hochschulen Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten ausführlich zu ihrer Studiensituation befragt. Zur Zielgruppe gehören insbesondere Studierende mit Sinnes- und Bewegungs-Beeinträchtigungen, mit chronischen bzw. länger andauernden psychischen und körperlichen Erkrankungen, auch Studierende mit Teilleistungsstörungen und Autismus. Das Deutsche Studentenwerk und das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung wollen wissen: Unter welchen Voraussetzungen gelingt ein Studium mit Beeinträchtigungen? Was behindert ein erfolgreiches Studium? Welche Beratungs- und Unterstützungsangebote für Studierende mit Beeinträchtigungen haben sich bewährt? Wie gut funktionieren Nachteilsausgleiche? Hochschulen, Studentenwerke und Politik brauchen differenzierte Daten, um notwendige Maßnahmen zum Abbau von Barrieren und zum Ausgleich von Benachteiligungen einleiten oder weiterentwickeln zu können. Verbände und Interessengemeinschaften, die sich für die Rechte von Studieninteressierten und Studierenden mit Behinderungen und chronischen Krankheiten einsetzen, brauchen belastbare Daten zur Unterstützung ihrer politischen Arbeit. Die abschließende Auswertung wird zum Jahresbeginn 2018 erwartet.

Auch Studierende der Hochschule Wismar konnten bis zum 13.03.2017 durch ihre Teilnahme an der Befragung einen wichtigen Beitrag zu Veränderungen leisten.

best2 ist ein gemeinsames Projekt von Deutschem Studentenwerk (DSW), vertreten durch die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung, und Deutschem Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) in Kooperation mit dem Institut für Höhere Studien (IHS) Wien. Die Studie wird durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMBF) gefördert. 

Mehr Informationen: www.best-umfrage.de 

Europäischer Aktionstag der Menschen mit Behinderung 2016

Am 11. Mai 2016 war die Hochschule Wismar Gastgeberin für den jährlichen Aktionstag des Beirates für Menschen mit Behinderungen des Kreistages Nordwestmecklenburg. Rund um und in Haus 7A wurde von Verbänden und Vereinen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe mit Informationsständen und Selbsterfahrungsstationen auf die Situation mit Behinderungen aufmerksam gemacht. Bei strahlendem Sonnenschein konnten die meisten Aktivitäten im Freien auf dem Campus stattfinden. Mit Unterstützung durch gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule konnten u.a. auch Berufsschüler und Gymnasiasten in ganzer Klassenstärke angelockt werden. Von der Hochschule wurde parallel ein

Programm angeboten, das auch den wissenschaftlichen Fokus auf Inklusion und Behinderung richtet. Unter dem Motto "Gemeinsam für eine barrierefreie Stadt" wurde das Zufriedenheitsbarometer zur Barrierefreiheit der Hansestadt Wismar und des Landkreises Nordwestmecklenburg auf einem Farbstrahl zwischen ROT und GRÜN gepunktet. Fazit: Der Weg ist erkennbar, es bleibt viel zu tun, zu überzeugen und gut auszubilden. 

Bilder vom Aktionstag 2016