Zwei Studentinnen erhalten Genderpreis der Universität Greifswald

Übergabe des Genderpreises 2015 - Prorektor Prof. Micha Werner, Prof. Dr. Sylvia Stracke, Rektorin Prof. Johanna Eleonore Weber, Lydia Krasemann, Sara Baudis und Ruth Terodde.
Übergabe des Genderpreises 2015 - v.l.n.r.: Prorektor Prof. Micha Werner, Prof. Dr. Sylvia Stracke, Rektorin Prof. Johanna Eleonore Weber, Lydia Krasemann, Sara Baudis und Ruth Terodde.
Dieses Bild gehört zur Pressemitteilung "Zwei Studentinnen erhalten Genderpreis der Universität Greifswald" vom 4.08.2015.
Dieses Foto darf ausschließlich für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dieser Pressemeldung kostenfrei verwendet werden. Dabei ist die Quelle der Fotos anzugeben. Foto: Jan Meßerschmidt, Universität Greifswald

Sarah Baudis, Doktorandin der Rechtswissenschaft, hat sich in ihrer Seminararbeit dem Thema Intersexualität als Rechtsproblem gewidmet. Intersexualität ist aktuell – erst seit 2010 beschäftigt sich der Deutsche Ethikrat mit diesem Thema. "Bis in die 1990er Jahre war eine gängige medizinische Behandlungspraxis, intersexuell geborene Kinder nach der Geburt zum Mädchen oder Jungen zu operieren, ohne dass die Eltern oder die Kinder über die Intersexualität aufgeklärt wurden. Diese medizinische Behandlungspraxis ist zwar im Wandel, allerdings werden Kinder immer noch aufgrund der elterlichen Einwilligung operiert. Diese Operation stellt jedoch einen massiven Eingriff in die körperliche Integrität und das Persönlichkeitsrechts des Kindes dar. Ein Eingriff, der die weitere Entwicklung des intersexuell geborenen Kindes enorm prägt und vor allem laut meiner Recherchen von Betroffenen stark kritisiert wird", erklärt Sarah Baudis. Die Jurastudentin arbeitet die Intersexualität eigenständig juristisch auf und erarbeitet einen eigenen, neuen und innovativen Lösungsansatz, welcher den Betroffenen Operationen erst bei Volljährigkeit ermöglichen und andere Personen davon abhalten soll, diese Entscheidungen zu treffen.

Im Fokus der zweiten Gewinnerarbeit steht Gisela von Bayern, eine vernachlässigte Frauenfigur der Geschichte. Lydia Krasemann stellt Die fremde Prinzessin. Gisela von Bayern überzeugend in den Kontext der Geschichte des frühen Mittelalters. "Es war faszinierend, sich mit einer starken Persönlichkeit aus dem frühen Mittelalter zu beschäftigen. Trotz dieser großen zeitlichen Distanz wurde das Andenken Giselas bis in unsere Zeit hinein getragen. Ziel der Arbeit war, sich genauer anzuschauen, welche Verdienste sie bei der Christianisierung Ungarns hatte und welches Schicksal ihr nach der Vertreibung aus Ungarn zu Teil wurde", sagt die Lehramtsstudentin Lydia Krasemann. Ebenso thematisiert sie die generelle Frage nach der historischen Bedeutung von Frauen an der Menschheitsgeschichte, welche durch "Unsichtbarhalten" von Frauen in weiten Bereichen empirische Lücken enthält. Lydia Krasemann hat diese Arbeit als Hausarbeit im Rahmen der 1. Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien verfasst.

Die Senatsgleichstellungskommission wählte aus zehn durchweg sehr guten wissenschaftlichen Arbeiten die zwei Gewinnerinnen. Beide Arbeiten beeindrucken gleichermaßen durch die wissenschaftlich fundierte und innovative Herangehensweise lautet die Begründung der Jury.

 

Das Rektorat und die Senatsgleichstellungskommission der Universität Greifswald vergeben erstmals den Genderpreis, der bisher als Universitätspreis bezeichnet wurde. Seit 2006 wird der Universitätspreis für wissenschaftliche Arbeiten, die die Geschlechterperspektive in besonderer Weise berücksichtigen verliehen. Eingereicht werden konnten aktuelle wissenschaftliche Abschlussarbeiten sowie Promotionsarbeiten aus allen Fakultäten der Universität Greifswald einschließlich der Universitätsmedizin.

Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald

Ruth Terodde
Gleichstellungsbeauftragte
Domstraße 11
17489 Greifswald

Tel.: +49 (0)3834 86-1108
Fax: +49 (0)3834 86-3492

terodde@remove.uni-greifswald.de


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