(Montevideo/Fray Bentos/Wismar) Die Hochschule Wismar hat bei einem Besuch in Uruguay neue internationale Kooperationen im Hochschulbereich diskutiert. Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit mit der Universidad Tecnológica (UTEC), die künftig durch Studierendenaustausch, gemeinsame Forschungsprojekte und akademische Kooperationen vertieft werden soll. Darüber hinaus wurden Gespräche mit der Universidad Católica de Uruguay sowie der Universidad de Montevideo geführt, um das Netzwerk der Hochschule Wismar in Südamerika weiter auszubauen.
Perspektivisch Kooperationen mit drei Universitäten
Für die Hochschule Wismar reisten der Prodekan der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Prof. Dr. Ing. habil. Andreas Ahrens, sowie der Direktor des an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften angegliederten European Project Centers (EPC), Prof. Dr. Gunnar Prause, nach Uruguay. Neben Treffen mit Hochschulvertretern stand auch ein Besuch in der deutschen Botschaft in Montevideo auf dem Programm. Bei diesem wurden Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen europäischen Hochschulen und den Staaten des MERCOSUR diskutiert.
„Ich war überrascht, wie groß das Interesse unserer uruguayischen Kollegen an einer Zusammenarbeit mit der Hochschule Wismar ist – insbesondere am Studierendenaustausch“, sagt Prof. Dr. Andreas Ahrens. Er ergänzt: “Für einen Studienaufenthalt in Uruguay sind Spanischkenntnisse zwar hilfreich, jedoch nicht zwingend erforderlich“. Auch Prof. Dr. Gunnar Prause sieht großes Potenzial: „Uruguay bietet hervorragende Voraussetzungen für gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte, insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien, Materialien, Logistik und Dienstleistungen.“
Der im November 2025 zwischen der Hochschule Wismar und der Universidad Tecnologica (UTEC) abgeschlossene Kooperationsvertrag, soll jetzt mit Leben erfüllt werden. So wird es eine Teilnahme mit gemeinsamem Beitrag an der IEEE Konferenz URUCON in Montevideo im November 2026 und der IEEE-Konferenz IIPhDW im Folgejahr 2027 in Wismar geben. Die englische Bezeichnung IEEE steht Institute of Electrical and Electronics Engineers, ist ein Berufsverband für Elektrotechnik und Elektronik und vergleichbar mit dem VDE in Deutschland.. Für das kommende Jahr ist der Start des Studierendenaustausche geplant, während die Unterzeichnung von Kooperationsverträgen mit der Universidad Católica de Uruguay sowie der Universidad de Montevideo bereits für 2026 avisiert sind.
MERCOSUR und potentielle EU-Hochschulförderung
Hintergrund des Besuchs ist die neue Dynamik in den Beziehungen zwischen der Europäischen Union und dem MERCOSUR, dem Gemeinsamen Südamerikanische Markt (Mercado Común del Sur). Denn nach rund 25 Jahren Verhandlungen ist der wirtschaftliche Teil des Freihandels- und Kooperationsvertrages zwischen der EU sowie Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay vorläufig in Kraft getreten, nachdem Argentinien und Uruguay ihn ratifiziert haben. Der vollständige Vertrag kann jedoch erst nach einer Prüfung durch den Europäischen Gerichtshof sowie der endgültigen Zustimmung des Europäischen Parlaments in Kraft treten.
Mit Blick auf die kommende EU-Finanzierungsperiode ab 2028 rechnen viele Hochschulen mit deutlich steigenden Budgets für internationale Kooperationen und Forschungsprojekte mit Partnern aus den MERCOSUR-Staaten.
Uruguay gilt als besonders interessanter Partner. Das Land mit rund drei Millionen Einwohnern ist wirtschaftlich und politisch stabil, weist einen hohen Lebensstandard auf und nimmt in Lateinamerika eine Vorreiterrolle bei nachhaltiger Entwicklung ein. Fast 100 Prozent der Energie werden aus erneuerbaren Quellen erzeugt.
Kontakt
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Prof. Dr.-Ing. habil.Andreas Ahrens
Telefon: 03841 753–73 30
E-Mail: andreas.ahrens@hs-wismar.de
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Prof. Dr. math. Gunnar Prause
Telefon: 03841 753–75 19
E-Mail: gunnar.prause@hs-wismar.de

