Inklusive mediale Alltagskultur und technische Gebäudeplanung

Ein lachender Mann mit hoher Stirn und kurzem Bart im Vordergrund, 6 Frauen am Tisch gegenüber sitzend hinten.
Johannes Siepert und Franziska Reschke leiten die Diskussion in Kleingruppen.
Eine junge Frau mit Halstuch und buntem Haarband sitzt im Rollstuhl und drei weitere junge Frauen sitzen dabei. Eine Frau trägt Kopfhörer.
Julia Kilb verständigt sich mit Gebärden und Fingeralphabet und wird von einer wissenschaftlichen Hilfskraft gedolmetscht.

Seminarteile wurden selbstständig strukturiert, persönliche Erfahrungen eindrucksvoll eingebracht und mit unseren Studierenden geteilt. 

Um 10 Uhr ging es los im Kurs Alltagskultur empirisch erforschen. Wie Menschen Medien nutzen, aneignen und kreieren. Julia Kilb, Franziska Reschke und Johannes Siepert, drei der Bildungsfachkräfte aus Neubrandenburg, übernahmen für 90 Minuten das Seminar von Professorin Dr. Christine Linke im Diplomstudiengang Kommunikationsdesign und Medien der Fakultät Gestaltung. Im Haus 7B setzten sich die Studierenden statt mit dem Medienalltag zwischen routiniertem Mainstreamkonsum und widerständigen Praktiken mit den sehr persönlichen Erfahrungen der Dozierenden mit Behinderungen auseinander. Unter deren Leitung wurde in Arbeitsgruppen erfasst und diskutiert, welche sozialen, kulturellen und zivilgesellschaftlichen Wechselwirkungen von Medien und Teilhabe erkennbar sind.

Quer über den Campus erfolgte nach dem Mittag in der Mensa ein örtlicher und thematischer Wechsel zum Haus 18 in das Seminar Spezialgebiete der Technischen Gebäudeausrüstung/Barrierefreies Bauen für TGP. Studierende der Studiengänge Bachelor Technische Gebäudeplanung (TGP) im Bereich Bauingenieurwesen (FIW) sowie einige Masterstudentinnen der Innenarchitektur (FG) lernen gemeinsam fakultätsübergreifend Prinzipien und Anforderungen des barrierefreien Bauens für die Elemente der technischen Gebäudeausstattung von Professorin Dr. Antje Bernier kennen. Sie konnten von den Seminarmethoden der Bildungsfachkräfte genauso wie von deren Erfahrungen der Expertinnen in eigener Sache profitieren und z.B. praktisch ausprobieren, wie sich unterschiedliche Höreinschränkungen auf die Teilhabe im Veranstaltungsraum auswirken. Umgekehrt war interessant, welche Ideen für technische Lösungen beim Bauen schon vorhanden sind. Um ein umfassendes Verständnis für die Anforderungen und Möglichkeiten des barrierefreien Bauens zu vermitteln, damit Gebäude und Anlagen für alle Menschen zugänglich und nutzbar sind, braucht es solche Begegnungen auf Augenhöhe.

Julia Kilb, Franziska Reschke und Johannes Siepert sind Projektbeschäftigte und hatten sich vorab auf Grundlage einer Erwartungsbeschreibung konkrete Selbstberichte und Fragestellungen für beide Seminare überlegt. Die Gruppe brachte ihr didaktisches Equipment mit in die Räume und wurde vor Ort von einer studentischen Hilfskraft aus der Hochschule Neubrandenburg unterstützt. Im Hintergrund wirkend dabei war Erdmute Finning als pädagogische Leitung aus dem Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung. Das Projekt „Inklusive Bildung M-V“ an der Hochschule Neubrandenburg gibt es seit 2021, die Angebote der Bildungsfachkräfte stehen auch der Hochschule Wismar weiter kostenfrei zur Verfügung.

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