Deutschland befindet sich inmitten eines tiefgreifenden demografischen Wandels, geprägt durch eine alternde Bevölkerung und sinkende Geburtenraten. Diese Entwicklung geht mit einer Zunahme altersassoziierter chronischer Erkrankungen einher – und damit mit einem deutlich wachsenden Bedarf an Langzeitpflege. Besonders gravierend ist die Zunahme kognitiver Einschränkungen wie der leichten kognitiven Beeinträchtigung und Demenz, die einen hohen Betreuungsaufwand bedingen. Parallel dazu nimmt der Personalmangel in der Pflege besorgniserregende Ausmaße an. Angesichts dieser Herausforderungen sind innovative Lösungsansätze gefragt.
Einen vielversprechenden Beitrag leistet hier das BehAIve-Projekt, das auf die Entwicklung eines KI-gestützten, situationsadaptiven Systems zur Unterstützung älterer Menschen in ihrem Alltag oder geriatrischer Patient:innen während eines Krankenhausaufenthalts abzielt. Durch kontinuierliches Monitoring mittels Sensorik soll das Verhalten von Personen analysiert, problematische Verhaltensweisen erkannt und bei Bedarf gezielt Unterstützung angeboten werden. Damit kann die Lebensqualität von Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder geriatrischen Patient:innen deutlich verbessert werden - bei gleichzeitiger Entlastung des Pflegepersonals.
Im Rahmen des Verbundprojektes mit den Universitäten Greifswald und Rostock arbeitet die Hochschule Wismar daran, Informationen aus strukturierten und unstrukturierten Quellen zu identifizieren und zu extrahieren, so dass eine maschineninterpretierbare Beschreibung von Handlungsanweisungen erzeugt werden kann (Situationsmodell), die zur Erzeugung kausaler Modell menschlichen Verhaltens verwendet werden.

