(Rostock-Warnemünde) Die über 100 Teilnehmenden der internationalen Konferenz MARSIM2026 kehren nach drei Tagen intensivsten Erfahrungs-austauschs zu den Themen Maritime Simulation, Ausbildung, Forschung und technologische Entwicklungen in ihre Heimatländer auf vier Kontinenten zurück. Weil der Bereich Seefahrt, Anlagentechnik und Logistik der Hochschule Wismar als Gastgeber nach Warnemünde eingeladen hatte, stand das mit der weltweit einzigartigen Kombination von drei verknüpfbaren „Full Mission“-Simulationsanlagen ausgestattete Maritime Simulationszentrum Warnemünde den Konferenzbesuchern nicht nur für Workshops offen.
Ein Schwerpunkt der diesjährigen MARSIM lag auf der Entwicklung von internationalen Vorgaben zur Ersetzung von Seefahrtzeiten durch das Absolvieren ausgewählter Szenarien im Simulator. Ein weiteres Thema wird über die nächsten Jahre hinweg die Spezifikation von Simulatoren zur Ausbildung von Bedienern ferngesteuerter Schiffe und zukünftig der Simulation von autonomen Schiffsverkehren sein. Die Erhöhung der Effizienz von Schiffsanlagen durch vorgelagerte Simulationen und die Integration alternativer Kraftstoffe bleibt weiterhin ein ernstzunehmender Bereich maritimer Simulationen. Zu den Themen wurde bereits entwickelte Ansätze diskutiert, Testergebnisse ausgetauscht und zum Teil mit Weiterentwicklungspotenzial versehen.
Schiffssimulation zwischen Ausbildung und Automatisierung
Die Workshops am Eröffnungstag, dem 8. September 2026, beschäftigten sich unter anderem mit der technischen Weiterentwicklung der Schiffsmanöversimulation, der modernen Ausbildung von Seeleuten, dem Energiemanagement an Bord sowie neuen Zertifizierungsstandards für Schiffssimulatoren. Weitere Themen waren die Anforderungen an Simulatoren und die Ausbildung von Operateuren bei Einführung teil und vollautonomer Schifffahrt sowie die Vernetzung von Simulatoren verschiedener Standorte und Hersteller. Des Weiteren fanden am darauffolgenden Mittwoch und Donnerstag Fachvorträge und Präsentationen im Technologiezentrum Warnemünde (TZW) statt.
Das Vortragsprogramm deckte eine große Bandbreite ab, die sich in vier zentrale Themenbereiche gliedert:
• Für die Simulatoren in der Ausbildung wurden unter anderem zukünftige Standards der Internationalen Hydrografischen Organisation IHO thematisiert. Der Einfluss der fortschreitenden Digitalisierung, z. B. bei (ECDIS)-Standards (Elektronisches Kartenanzeige- und Informationssystem), von Sicherheits- und Ausbildungsanforderungen sowie der Einsatz verschiedener Simulatoren in komplexen Notfallszenarien wurde ebenfalls diskutiert. Auch die Arbeitsorganisation auf der Schiffsbrücke (Bridge Resource Management - BRM) und die Weiterentwicklung entsprechender Trainings standen im Fokus.
• Außerdem werden Simulatoren nicht nur zur Ausbildung, sondern zunehmend auch als Werkzeuge für Forschung, Untersuchung und Analyse eingesetzt.
• Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Gestaltung realistischer komplexer und effektiver Simulationsübungen. Dabei wurde auch der hohe organisatorische und technische Aufwand betrachtet, der hinter einer erfolgreichen Simulation steht.
• Nicht zuletzt standen technologische Entwicklungen und neue Einsatzmöglichkeiten von Schiffsführungssimulatoren im Mittelpunkt, insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung, Automatisierung und weitere zukünftige Formen der Schifffahrt.
Rahmenprogramm mit Lokalkolorit
Am 8. September fand die offizielle Eröffnung auf dem Rostocker Traditionsschiff mit einer Keynote von Prof. Salman Nazir (Professor an der Universität Süd-Ost-Norwegen (Vestfold) und der Begrüßung durch den Rektor der Hochschule Wismar, Prof. Dr. jur. Bodo Wiegand-Hoffmeister, den Chairman der ISMF (International Marine Simulator Forum), Anthony Patterson, sowie den Bereichseiter SAL, Prof. Dr. Jürgen Siegl, statt. Nur wenige Meter vom Warnemünder Strand entfernt trafen sich am Abend des 9. September die Teilnehmenden und die Organisations-Crew zum gemeinsamen Dinner im Kurhaus Warnemünde.
MARSIM erstmals auf dem Warnemünder Campus
Die MARSIM-Konferenz fand erstmals an der Hochschule Wismar, am Bereich Seefahrt, Anlagentechnik und Logistik, statt. Zuletzt waren – vor Rostock-Warnemünde –Halifax/Kanada (2018), Newcastle/Großbritannien (2015), Singapore (2012) und Panama (2009) die Austragungsorte. Als nächster Austragungsort steht Rio de Janeiro/Brasilien im Jahr 2028 fest. Die konferenz ist fester Bestandteil des International Marine Simulator Forums (IMSF), einer seit 1978 aktiven Vereinigung. Dieser gehören führende Innovatoren in der Maritimen Simulationsindustrie an mit einer Mischung aus Praktikerinnen und Praktikern, Wissenschaftler_innen und Technologieentwickler_innen. Die Konferenz verbindet technische Entwicklungen der Simulation mit Fragen der Ausbildung, Sicherheit und Forschung. Deshalb stehen sowohl aktuelle Entwicklungen und Anwendungen als auch zukünftige Anforderungen im Bereich der maritimen Simulation und Ausbildung im Mittelpunkt der internationalen Veranstaltung.
Kontakt
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an
den Bereich Seefahrt, Anlagentechnik und Logistik
Prof. Mario Gehrke
unter Telefon: 0381 9698 - 4511
oder per E-Mail: mario.gehrke @hs-wismar.de



