Didaktiktage

Gute Lehre wird an der Hochschule Wismar groß geschrieben. Umso wichtiger, regelmäßig neue didaktische Impulse zu setzen und praktische Anregungen zu geben. Aus dieser Idee heraus wurden 2013 die Didaktiktage geboren. Sie sind ein Kooperationsprojekt verschiedener Hochschuleinrichtungen und richten sich an alle Interessierten - auch außerhalb der Hochschule. Ziel der Veranstaltung ist die Qualitätssicherung in der Lehre, indem für das Thema Didaktik sensibilisiert wird. Denn dass gelehrtes Wissen die Studierenden erreicht, ist lange keine Selbstverständlichkeit. Nicht umsonst wird Didaktik auch als "Lehrkunst" bezeichnet. Um Austausch und Vernetzung zu fördern, sind die Didaktiktage besonders praxisnah angelegt.

Turnus

Jährlich

Organisation

Die Initiativgruppe Didaktik erprobt innovative Lehr- und Lernkonzepte, um eine hohe Lehrqualität zu sichern und den didaktischen Diskurs zu fördern.

Ein Zusammenschluss von: 

Kontakt

E-Learning-Zentrum
Tel.: 03841 753-78 05
elearning@remove.hs-wismar.de


Keynote

Traditionell beginnt die Veranstaltung mit einer Keynote renommierter Expertinnen und Experten aus der Praxis. Sie berichten vom Stellenwert der Didaktik für ihre eigene Tätigkeit und die allgemeine Hochschullehre. Dabei beleuchten sie einzelne Themenschwerpunkte und präsentieren unterschiedliche Methoden. 

2013 stellte Prof. Dr. Marianne Merkt zum Beispiel ihre Forschungsergebnisse zu Dilemmata in der Lehre vor und ging auf theoretische Lehrkonzeptmodelle ein. Prof. Dr. Peter Riegler berichtete unter dem Titel "Warum verstehen die Studierenden das immer noch nicht?" aus dem Alltag eines Dozenten. Er präsentierte die Peer Instruction - eine didaktische Methode, um das Verständnis zu erhöhen. 2015 war der "Youtube-Professor" Prof. Dr. Jörn Loviscach zu Gast mit dem provokanten Keynote-Titel: "Lehren ist unmöglich. Versuchen wir's trotzdem." Und 2016 präsentierte Prof. Dr. Jürgen Handke seinen Einstieg in die digitale Lehre mittels Flipped-Classroom und Online-Kursen. Hierbei findet die Wissensvermittlung am PC und die Wissensvertiefung und Diskussion im Hörsaal statt.
Und 2017 gaben schließlich Christopher Könitz und Jakob Diel (E-Learning-Zentrum) einen Einblick in die mediendidaktischen Möglichkeiten an der Hochschule Wismar. Sie vertraten damit den erkrankten Keynote-Speaker Harald Groß.


Workshops

Die Themenwahl der Workshops erfolgt unabhängig von der Keynote. Die Workshops finden teils nacheinander, teils in parallelen Sessions, jedoch allesamt in aktiver Gruppenarbeit statt. Inhaltlich widmen sie sich praxisnahen, didaktischen Teilthemen.
Gern berücksichtigen wir hierbei individuelle Wünsche. Sprechen Sie uns im Vorfeld der Didaktiktage an!

Bisherige Workshops (Auswahl)

Alles nur Theater? – Lehrmethodische Fragen bei Entwurfsprojekten

Leitung: Prof. Andrea Gaube und Dr. Eberhardt Blei, Hochschule Wismar

In diesem Workshop wurde gezeigt, wie Akteurs- und Interessenskonstellationen erarbeitet und trainiert werden können. Diese angewandte Methodik kommt insbesondere bei Projekten der Stadtentwicklung zum Einsatz.
Zunächst wurde die Kartentechnik (META-Plan-Technik) vorgestellt und angewendet – eine sehr kreative Methode zur Ideenproduktion, zur Strukturierung von Prozessen, zur Partizipation unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen und zur Visualisierung.
Im nachfolgenden Rollenspiel, für das die Teilnehmer in die Rolle eines Akteurs mit klarer Aufgabe schlüpften, wurde Konfliktmanagement erprobt. Die Suche nach einem tragfähigen Kompromiss erwies sich – wie im wahren Leben – als nicht trivial.

Anwendungen und digitale Szenarien in der Praxis

Leitung: Prof. Dr. Jürgen Handke, Philipps-Universität Marburg

In diesem Workshop wurden fächerübergreifende und fachspezifische Konzepte erstellt, wie, mit welchem Aufwand und mit welchen Mitteln digitale Elemente für die Lehre erstellt werden können. Zudem wurde anhand praktischer Beispiele gezeigt, wie die erstellten Elemente in den aktuellen Lehrprozess eingebunden werden können.
Außerdem wurden folgende digitalisierte Szenarien im Einzelnen gezeigt und kritisch durchleuchtet: Flexible On Campus Formate, Online-Kurse, MOOCs und pMOOCs.

Flipping Your Classroom – aktivierende Methoden für Seminare und Vorlesungen

Leitung: Ina Gray und Christopher Könitz, Hochschule Wismar

Lehren und Lernen hat sich im Zuge der technologischen und institutionellen Entwicklungen verändert. Statt Inputorientierung steht die Aktivierung des Lernenden im Mittelpunkt. Dementsprechend ist ein methodisch-didaktisches Umdenken in Seminaren und Vorlesungen erforderlich. Im Workshop wurden geeignete lernerzentrierte Methoden vorgestellt und erarbeitet.

Führung durch das Produktionsstudio (PELA)

Leitung: E-Learning-Team, Hochschule Wismar

Dieser Workshop bot einen Einblick in die Greenbox des Produktionsstudios für E-Learning-Anwendungen (PELA). Es wurde auf Fragen eingegangen, wie zum Beispiel:

  • Wie aufwendig ist eine solche Videoproduktion?
  • Wie bereitet man sich am besten darauf vor?
  • Welche didaktischen Konzepte und Gestaltungsideen gibt es für Lehrvideos?
  • Wie kann man das Studio gemeinsam mit Studierenden nutzen?
  • Was muss man bei der Kleidung beachten?

 

 

Kompetenzorientiert lehren und prüfen

Leitung: Katrin Stolz

Kompetenzorientierung in Lehre und Prüfung ist das Schlagwort. Doch wie konzipiert man Lehre und Prüfungen, damit sie dieser Kernanforderung des Bologna-Prozesses entsprechen? Wie fördert und überprüft man den Erwerb von Kompetenzen in der eigenen Lehre? Anhand konkreter Beispiele aus der Praxis wurde daher in diesem Workshop folgenden Fragen nachgegangen: Was sind Kompetenzen? Wie werden Kompetenzen erworben? Wie können erworbene Kompetenzen überprüft werden?

Lehrvideos als Einstieg in die digitalisierte Lehre

Leitung: Prof. Dr. Jürgen Handke, Philipps-Universität Marburg / E-Learning-Team

In diesem Workshop wurde ein genauer Blick auf die Kriterien guter digitaler Lehrmaterialien geworfen und gezeigt, wie mit einfachen Mitteln Lehrvideos erstellt werden können. Hierfür wurden einfache Lehrvideos am Laptop/Notebook erstellt, bearbeitet und die Bereitstellung für die Lehre durchgespielt. Zudem führte das E-Learning-Team durch das PELA (Produktionsstudio für E-Learning-Anwendungen) und präsentierte die dortigen Produktionsmöglichkeiten.

Methodische Einbindung von Wirtschaftskompetenz

Leitung: Robert-Schmidt-Institut, Hochschule Wismar

In diesem Workshop werden Erfahrungen und Beispiele aus der interdisziplinären Zusammenarbeit aller drei Fakultäten der Hochschule Wismar mit Wirtschaftsvertretern vorgestellt und diskutiert. Es geht um die Fragen, in welchen Lehrsituationen, in welchem Umfang und mit welchem organisatorischen Aufwand Externe gewinnbringend in die Ausbildung einbezogen werden können und welche Wirtschaftsnetzwerke hierfür an der Hochschule Wismar zur Verfügung stehen.

MI(N)T-Streiter gesucht – Didaktik für MINT-Fächer

Leitung: Frege-Zentrum in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Peter Riegler, Ostfalia HAW Dr. Katrin Schmallowsky, Prof. Dr. Uwe Lämmel, Hochschule Wismar

Die Methode Just in Time Teaching (JiTT) wurde vorgestellt. Sie aktiviert Studierende durch webbasierte Aufgaben, welche die Studierenden zur Vorbereitung der Lehrveranstaltung bearbeiten. Die Aufgaben werden in der Regel automatisch bewertet und liefern so ein schnelles Feedback für Lernende und Lehrende. Die Dozenten nutzen dies, um ihre Lehrveranstaltung „just in time“ anzupassen. Die Lehrveranstaltung dient so nicht mehr primär der Übermittlung des Stoffes, sondern dazu, Studierende bei der Bewältigung ihrer konkreten Schwierigkeiten mit dem Stoff zu unterstützen.

Schnelle didaktische Rezepte

Leitung: Christopher Könitz, Hochschule Wismar

Neben der Lehre bleibt meist wenig Zeit, um sich über umfassende didaktische Anpassungen von Vorlesungen und Seminaren zu kümmern. Daher wurde in diesem Workshop vermittelt, wie die Zeit didaktisch sinnvoll genutzt werden kann, um die Motivation der Studierenden zu erhöhen oder Fehlkonzepte zu erkennen. Es wurden kleine didaktische Interventionen und Methoden vorgestellt und gemeinsam erprobt.

Studium für Blinde und Sehbehinderte – Geht das?

Leitung: Jens Voegle

Der Workshop informierte über den Studienalltag  von beeinträchtigten Studierenden und zeigte die praktischen Probleme in Vorlesungen, bei Übungen und mit Lehrmaterialien. Es wurden assistive Technologien wie Screenreader (NVDA), Bildschirmlupe, Großdruck, Schwellpapier, IVEO und HyperBraille vorgestellt und ausprobiert. Abschließend wurde ein Einblick in den Arbeitsalltag der Arbeitsgruppe „Studium für Blinde und Sehbehinderte“ der TU Dresden gewährt.


Science Slam

Beim alljährlichen Science Slam treten die Redner mit ihren Vorträgen in einen Wettstreit um die Gunst des Publikums. Egal welches akademische Thema der Vortrag behandelt – entscheidend ist, welcher Slamer das Wissen auf die unterhaltsamste Weise vermitteln kann. Didaktik pur!

Auch neben Keynote, Workshops und Science Slam bieten die Didaktiktage viel Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken – ob beim Kaffee in den Pausen oder beim abendlichen Grillen.