Nachruf - Prof. Dr. rer. oec. habil. Joachim Frahm

Sein Weg führte ihn über Schule und Berufsausbildung an die Universität Rostock, wo er von 1966 bis 1971 ein Diplom-Studium in der Fachrichtung Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Mathematik, Kybernetik und Informationsverarbeitung absolvierte. 1973, im Alter von 26 Jahren schloss Joachim Frahm seine Promotion auf dem Gebiet der Wissenschaftsorganisation im Rahmen eines Forschungsstudiums an der Universität Rostock ab. Anschließend stellte er seine theoretischen Kenntnisse in einer leitenden Tätigkeit im Bereich Produktionstechnik des Kernkraftwerks Greifswald unter Beweis.

Nach seiner erfolgreichen Tätigkeit im Kernkraftwerk folgte Dr. Joachim Frahm dann seinem Interesse an der Wissenschaft und wurde 1978 Direktor des Rechenzentrums der Ingenieurhochschule Wismar   und wenig später Dozent für Informationsverarbeitung. Mit Gründung der Technischen Hochschule Wismar im Jahr 1986 wechselte es an die Sektion Sozialistische Betriebswirtschaft und baute dort den Wissenschaftsbereich Informationsverarbeitung auf. 1989 schloss er seine Habilitation mit einer Thematik auf dem Gebiet der Datenbankanwendung in industriellen Umfeld ab.

Mit der politischen Wende im Jahr 1989 und der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahr 1990 ergaben sich neue Möglichkeiten der Hochschulentwicklung, die von Dr. Joachim Frahm konsequent für den Aufbau eines Studiengangs Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Wismar genutzt wurden. Er war stellvertretender Gründungsdekan des Fachbereichs Wirtschaft und Gründungsbeauftragter für den Studiengang Wirtschaftsinformatik.

1992 wurde Joachim Frahm zum Professor für Wirtschaftsinformatik/Softwaretechnik  berufen. Die ersten Studierenden wurden 1992 in den Diplom-Studiengang Wirtschaftsinformatik immatrikuliert. In den folgenden Jahren engagierte sich Prof. Dr. Frahm weiter für die Entwicklung der Hochschule Wismar, des Fachbereichs Wirtschaft und des Studiengangs Wirtschaftsinformatik.

Von 1994 bis 1998 war er Prorektor für Forschung und internationale Beziehungen. 1995 gründete er den ersten internationalen Studiengang  der Hochschule Wismar, den binationalen Studiengang Wirtschaftsinformatik „Konrad Zuse“ mit der Universität Szczecin (Republik Polen).

Joachim Frahm hat als einer der ersten Kollegen bereits in den 90er Jahren die Potenziale multimedialer Technologien für die Wirtschaftsinformatik erkannt und auch in der Lehre genutzt. 1997 wurde er zum Leiter des Multimedia-Zentrums ernannt. Die Konzeption und Mittelbeantragung an die Deutsche Forschungsgemeinschaft für unser heutiges E-Learning-Zentrum (PELA) war eines seiner letzten großen Projekte vor seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahr 2013.

Auch nach seiner Pensionierung hat der den Kontakt und Austausch mit der Hochschule nie aufgegeben. Er war weiter im Fernstudium tätig und hatte immer ein offenes Ohr für die Weiterentwicklung der Studiengänge.  Sein letztes Diplom-Kolloquium fand am 15.07.2019 statt.

Wir werden Joachim Frahm vermissen und sein Andenken in Ehren bewahren.
Die Kollegen

 


Zurück zu allen Meldungen