Virtuelle Klassenzimmer (BigBlueButton)

BigBlueButton ist eine OpenSource-Software und liegt unter dem Lizenztyp LGPL.

Virtuelle Klassenzimmern mittels BigBlueButton besitzen einen reichen Funktionsumfang, wie z.B.:

  • Zwei Rollen: Moderatoren und Teilnehmende
  • Desktopsharing und Präsentation von Dateien (z.B. Microsoft Office-Dokumente, Open Office-Dokuente, PDF-Dokumente)
  • Aktive Markierungen/Notizen direkt im Dokument (z.B. Pointer, Zoom-Funktion und Markier-Funktion)
  • Chat mit allen und private Chats
  • Melden-Funktion für Teilnehmende
  • Aktives Stummschalten aller Teilnehmer
  • Recording

Der Zugang zur Anwendung erfolgt über Ihre Veranstaltung in StudIP bei aktiviertem "Meetings"-Modul.

Zur Entlastung in der derzeitigen Krise bieten wir auch zwei weitere Server an. Für die dortigen Zugänge wenden Sie sich bitte an die Bereichs-IT der FIW. (u.a. Herr Eigenstetter)


Vorbereitung

Persönliche Vorbereitung

Kleidung
Genau wie Vorlesungen und Seminare sind auch Online-Veranstaltungen als professionelles Setting zu verstehen. Von daher sollten Sie auch in Online-Veranstaltungen ein Hemd bzw. eine Bluse und ggf. ein Sakko tragen.

Gesten und Sprache
Da die Veranstaltung „live“ durchgeführt wird, sollten sie auf ruhige Gesten und eine betonte Sprache achten. Das hat auch den Vorteil, dass Aufzeichnungen besser verstanden werden können. Hierbei ist insbesondere für Einsteiger das Durchsprechen der Folien im Voraus hilfreich.

Grobes Storyboard erstellen
Damit Sie Ihre Online-Veranstaltung besser planen können, ist es hilfreich, ein Storyboard anzufertigen. Meist bleibt die Interaktion bei der Kombination Vortrag/Fragerunde auf der Strecke. Durch das Storyboard können Sie thematische Anschlüsse verdeutlichen, Interaktionen gezielt planen (u.a. Verständnisfragen, Prüfen des konzeptuellen Wissens) und produktive Gruppenarbeit integrieren.

Technische Vorraussetzungen

Ton
Ein guter Ton ist maßgeblich für eine gute Online-Veranstaltung. Prüfen Sie daher Ihr Mikrofon im Voraus und achten Sie insbesondere auf den Abstand zum Mund (Lautstärke) und Störgeräusche. Da die meisten eingebauten Mikrofone von eher minderer Qualität sind oder keinen optimalen Abstand zur Sprecherin bzw. dem Sprecher haben, empfehlen wir den Einsatz eines Headsets oder eines Tischmikrofons. Sollte der Ton zu leise oder gar nicht hörbar sein, so prüfen sie in den Systemeinstellungen Ihres Betriebssystems, ob das richtige Mikrofon standardmäßig ausgewählt ist. In einem zweiten Schritt empfehlen wir auch den „Assistenten für die Audio-Einrichtung“ von Adobe Connect zu benutzen.

Kamera
Neben einem guten Ton ist auch ein gutes Bild förderlich, um einen positiven Gesamteindruck zu erzeugen. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass ihre Kamera die Fähigkeit besitzt, in 720p (HD) und mindestens 30 Bilder in der Sekunde aufzunehmen. Damit ist gewährleistet, dass das Bild sauber und flüssig bei den Teilnehmern ankommt. Außerdem sollten Sie insbesondere bei eingebauten Kameras auf die Qualität des Bildes achten. Kommt es zu Artefakten wie Bildrauschen, schlechtem Fokus oder zu hellen bzw. zu dunklen Bildern, so können Sie einerseits versuchen, über besseres Licht das Bild zu verbessern. Sollte das Bild nicht deutlich besser werden, so empfehlen wir den Kauf von separaten Webcams (z.B. von Microsoft oder Logitech), die ein besseres Bild liefern können.

Licht
Wenn Sie auch die Videofunktion benutzen, dann sorgen Sie für eine gute Beleuchtung, die möglichst von vorn auf sie leuchtet (ggf. eine Kombination von Decken- und Lampenlicht). Dadurch wird das Bildrauschen Ihrer Kamera reduziert, und die Studierenden sehen Sie besser. Achten Sie auch darauf, dass sich möglichst keine Lichtquelle hinter Ihnen befindet. Es empfiehlt sich außerdem, einen ablenkungsarmen Hintergrund zu wählen.

Desktop
Räumen Sie den Desktop Ihres Rechners auf, wenn Sie vorhaben, Ihren Bildschirm freizugeben. Wenn Studierende diesen sehen können, hinterlässt dies einen professionellen Eindruck.

Technik-Check
Machen Sie vor der Veranstaltung einen Technikcheck. Prüfen Sie, ob das Mikrofon, die Kamera und die gewünschten Funktionen korrekt arbeiten. Hierbei ist eine zweite Person (bspw. der Tutor) hilfreich.

Bandbreite
Sollten Sie eine schlechte Bandbreite haben, so können Sie unter „Meetings/Voreinstellungen/ Bandbreite“ die Bandbreite reduzieren. Das ist auch sinnvoll, wenn Teilnehmer mit schlechter Verbindung zugeschaltet sind.


Didaktische Hinweise

Geplante Interaktionen

Interaktionen können genutzt werden, um die Aktivität der TeilnehmerInnen zu steigern, ihr Konzeptwissen sichtbar zu machen oder um aktuelle inhaltliche Fragen produktiv zu bearbeiten.

Mittels BigBlueButton lassen sich dabei verschiedene Formate realisieren. Abstimmungen sind beispielsweise geeignet, um anonyme Abstimmungen durchzuführen. Das ist besonders sinnvoll, wenn Sie das Verständnis zu einem bestimmten inhaltlichen Sachverhalt abfragen und ggf. intervenieren wollen.

Reflexion und Pausenaktivierung

Bauen Sie auch Reflexionselemente in Ihre Online-Veranstaltung ein, um den TeilnehmerInnen Zeit für das Ordnen des neuen Wissens zu geben. Zum Beispiel durch eine kurze Kaffeepause, in der die TeilnehmerInnen über Sachverhalte nachdenken sollen, indem sie diese auf den privaten Haushalt (als aktuelles Setting) übertragen.

Eine andere Möglichkeit könnte ein sogenanntes One Minute Paper sein, in welchem die TeilnehmerInnen innerhalb eines festgelegten Zeitfensters aufschreiben sollen, was sie verstanden haben. Somit können sie das Gehörte reflektieren und die Lehrenden ggf. Fehlkonzepte erkennen.

Literatur
  • Ebner, Martin und Schön, Sandra (Hrsg.) (2011): Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien. Berlin: Epubli.
  • Musekamp, Claudia und Staemmler, Daniel (2010): Webinare für Einsteiger: Online-Seminare lebendig gestalten. 1. Aufl. Hamburg: Infoport.
  • Salmon, Gilly (2004): E-tivities - der Schlüssel zu aktivem Online-Lernen. Zürich: Orell Füssli.