Virtuelle Klassenzimmer (Adobe Connect)

In virtuellen Klassenzimmern können Teilnehmende dank des großen Funktionsumfangs effektiv kollaborieren und interagieren. Hierbei ist von kleinen Meetings bis hin zu Webinaren mit bis zu 200 Teilnehmern alles möglich.


Vorbereitung

Persönliche Vorbereitung

Kleidung
Genau wie Vorlesungen und Seminare sind auch Online-Veranstaltungen als professionelles Setting zu verstehen. Von daher sollten Sie auch in Online-Veranstaltungen ein Hemd bzw. eine Bluse und ggf. ein Sakko tragen.

Gesten und Sprache
Da die Veranstaltung „live“ durchgeführt wird, sollten sie auf ruhige Gesten und eine betonte Sprache achten. Das hat auch den Vorteil, dass Aufzeichnungen besser verstanden werden können. Hierbei ist insbesondere für Einsteiger das Durchsprechen der Folien im Voraus hilfreich.

Grobes Storyboard erstellen
Damit Sie Ihre Online-Veranstaltung besser planen können, ist es hilfreich, ein Storyboard anzufertigen. Meist bleibt die Interaktion bei der Kombination Vortrag/Fragerunde auf der Strecke. Durch das Storyboard können Sie thematische Anschlüsse verdeutlichen, Interaktionen gezielt planen (u.a. Verständnisfragen, Prüfen des konzeptuellen Wissens) und produktive Gruppenarbeit integrieren.

Technische Vorraussetzungen

Ton
Ein guter Ton ist maßgeblich für eine gute Online-Veranstaltung. Prüfen Sie daher Ihr Mikrofon im Voraus und achten Sie insbesondere auf den Abstand zum Mund (Lautstärke) und Störgeräusche. Da die meisten eingebauten Mikrofone von eher minderer Qualität sind oder keinen optimalen Abstand zur Sprecherin bzw. dem Sprecher haben, empfehlen wir den Einsatz eines Headsets oder eines Tischmikrofons. Sollte der Ton zu leise oder gar nicht hörbar sein, so prüfen sie in den Systemeinstellungen Ihres Betriebssystems, ob das richtige Mikrofon standardmäßig ausgewählt ist. In einem zweiten Schritt empfehlen wir auch den „Assistenten für die Audio-Einrichtung“ von Adobe Connect zu benutzen.

Kamera
Neben einem guten Ton ist auch ein gutes Bild förderlich, um einen positiven Gesamteindruck zu erzeugen. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass ihre Kamera die Fähigkeit besitzt, in 720p (HD) und mindestens 30 Bilder in der Sekunde aufzunehmen. Damit ist gewährleistet, dass das Bild sauber und flüssig bei den Teilnehmern ankommt. Außerdem sollten Sie insbesondere bei eingebauten Kameras auf die Qualität des Bildes achten. Kommt es zu Artefakten wie Bildrauschen, schlechtem Fokus oder zu hellen bzw. zu dunklen Bildern, so können Sie einerseits versuchen, über besseres Licht das Bild zu verbessern. Sollte das Bild nicht deutlich besser werden, so empfehlen wir den Kauf von separaten Webcams (z.B. von Microsoft oder Logitech), die ein besseres Bild liefern können.

Licht
Wenn Sie auch die Videofunktion benutzen, dann sorgen Sie für eine gute Beleuchtung, die möglichst von vorn auf sie leuchtet (ggf. eine Kombination von Decken- und Lampenlicht). Dadurch wird das Bildrauschen Ihrer Kamera reduziert, und die Studierenden sehen Sie besser. Achten Sie auch darauf, dass sich möglichst keine Lichtquelle hinter Ihnen befindet. Es empfiehlt sich außerdem, einen ablenkungsarmen Hintergrund zu wählen.

Desktop
Räumen Sie den Desktop Ihres Rechners auf, wenn Sie vorhaben, Ihren Bildschirm freizugeben. Wenn Studierende diesen sehen können, hinterlässt dies einen professionellen Eindruck.

Technik-Check
Machen Sie vor der Veranstaltung einen Connect-Technikcheck. Prüfen Sie, ob das Mikrofon, die Kamera und die gewünschten Funktionen korrekt arbeiten. Hierbei ist eine zweite Person (bspw. der Tutor) hilfreich. Sie können jederzeit einen Technikcheck durchführen.

Bandbreite
Sollten Sie eine schlechte Bandbreite haben, so können Sie unter „Meetings/Voreinstellungen/ Bandbreite“ die Bandbreite reduzieren. Das ist auch sinnvoll, wenn Teilnehmer mit schlechter Verbindung zugeschaltet sind.


Didaktische Hinweise

Geplante Interaktionen
In der Ansicht „Liste nach Status“ bekommen Sie einen schnellen Überblick über die Rückmeldungen der TeilnehmerInnen.

Interaktionen können genutzt werden, um die Aktivität der TeilnehmerInnen zu steigern, ihr Konzeptwissen sichtbar zu machen oder um aktuelle inhaltliche Fragen produktiv zu bearbeiten.

Mittels Adobe Connect lassen sich dabei verschiedene Formate realisieren. Der Pod Abstimmung ist beispielsweise geeignet, um anonyme Abstimmungen durchzuführen. Das ist besonders sinnvoll, wenn Sie das Verständnis zu einem bestimmten inhaltlichen Sachverhalt abfragen und ggf. intervenieren wollen. Eine andere Möglichkeit stellt das Zielscheibenquiz dar. Hierbei geht es darum, dass die TeilnehmerInnen in einem bestimmten Kontinuum einen Punkt setzen müssen (z.B. wo in einer Grafik der Produktionskosten der Break-Even-Point ist).

Auch hier können die TeilnehmerInnen anonym interagieren und der Moderator kann bestimmte Ergebnisse kommentieren. Sie haben aber auch die Option, offene Fragen an die TeilnehmerInnen zu stellen, die sie z.B. in Arbeitsräumen (Pods) oder in einem Etherpad bearbeiten sollen.

Rückmeldung einholen
In der Ansicht „Liste nach Status“ bekommen Sie einen schnellen Überblick über die Rückmeldungen der TeilnehmerInnen.

Schnelle, spontane und wiederholte Rückmeldung können Sie auch über die Status festlegen-Funktion einfordern. Hier können Sie besonders niedrigschwellig erfahren, ob noch alle „bei der Sache“ sind. Stellen Sie einfach eine Ja/Nein- oder Stimme-zu/Stimme-nicht-zu-Frage und fordern Sie alle TeilnehmerInnen auf, über das Status-Icon in der Kopfleiste ihre Meinung mitzuteilen. 

Gruppenarbeit
Layout-Beispiel für die Verwendung der Chatfunktion zur Bearbeitung einer Aufgabe.

Die Gruppenarbeit eignet sich für die produktive Arbeit in Online-Veranstaltungen. Sie lohnt sich insbesondere bei fortgeschrittenen Kursen, in denen die TeilnehmerInnen bereits gut mit Connect umgehen können. Die optimale Größe bei einer Gruppenarbeit liegt bei 12 bis 20 Personen pro Moderator. Um Gruppenarbeit zu ermöglichen, müssen Sie im Pod „Teilnehmer“ auf die mittlere Schaltfläche und dann auf „Gruppenarbeit starten“ klicken. Didaktisch ist die Gruppenarbeit vor allem günstig, wenn Lösungsvorschläge in den Gruppen erarbeitet und verglichen werden sollen.

Alternativ zur Gruppenarbeit können Sie auch durch den Chat Diskussionen strukturieren. Dies lohnt sich insbesondere beim Sammeln von Vor- und Nachteilen durch alle TeilnehmerInnen. Hierzu müssen Sie zwei zusätzliche Chat-Pods erstellen, die Sie entsprechend in „Vorteile von…“ und „Nachteile von…“ benennen. Erstellen Sie außerdem eine Arbeitsbeschreibung mit Hilfe des Pods Hinweise. Dadurch wird die Aufgabenstellung für alle TeilnehmerInnen auch ohne mündliche Erklärung deutlich und ermöglicht ein fokussiertes Arbeiten.

Reflexion und Pausenaktivierung

Bauen Sie auch Reflexionselemente in Ihre Online-Veranstaltung ein, um den TeilnehmerInnen Zeit für das Ordnen des neuen Wissens zu geben. Zum Beispiel durch eine kurze Kaffeepause, in der die TeilnehmerInnen über Sachverhalte nachdenken sollen, indem sie diese auf den privaten Haushalt (als aktuelles Setting) übertragen.

Eine andere Möglichkeit könnte ein sogenanntes One Minute Paper sein, in welchem die TeilnehmerInnen innerhalb eines festgelegten Zeitfensters aufschreiben sollen, was sie verstanden haben. Somit können sie das Gehörte reflektieren und die Lehrenden ggf. Fehlkonzepte erkennen.

Expertentipp: Multiple Layouts

Um die besprochenen didaktischen Bausteine in Adobe Connect sinnvoll zu integrieren, empfiehlt es sich, die Layout-Funktion zu nutzen. Hierüber können Sie mehrere Layouts anlegen, zwischen denen Sie während der Veranstaltung unkompliziert hin- und herwechseln können.
Fügen Sie ein neues Layout hinzu, indem Sie unten rechts auf das Plus-Symbol in der Seitenleiste klicken. Danach haben Sie die Auswahl, ob Sie ein neues Layout anlegen oder ein bestehendes duplizieren möchten.

Achten Sie beim Duplizieren darauf, dass das neue Layout auf bestehende Pods und damit auf bestehende Inhalte zurückgreift. Das kann jedoch wiederum nützlich sein, wenn Sie Ergebnisse kommentieren wollen. Ansonsten sollten Sie neue Pods anlegen und diese entsprechend eindeutig benennen.

Expertentipp: Privater Moderatorenbereich

Zum Anlegen und Vorbereiten von neuen Pods empfiehlt es sich den Privaten Moderatorenbereich zu nutzen, den Sie in der Hauptnavigation unter Meeting finden. Die Pods sind dort im schwarz hinterlegten Bereich nicht sichtbar für die TeilnehmerInnen. Sobald Sie die Pods vorbereitet haben, können Sie diese bequem in den aktiven Bereich (hellgrau hinterlegt) hineinziehen und verwenden.

Literatur
  • Ebner, Martin und Schön, Sandra (Hrsg.) (2011): Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien. Berlin: Epubli.
  • Musekamp, Claudia und Staemmler, Daniel (2010): Webinare für Einsteiger: Online-Seminare lebendig gestalten. 1. Aufl. Hamburg: Infoport.
  • Salmon, Gilly (2004): E-tivities - der Schlüssel zu aktivem Online-Lernen. Zürich: Orell Füssli.