Akkreditierung und Reakkreditierung

Akkreditierung als ein Instrument der Qualitätssicherung ist die Anerkennung von Studienprogrammen bzw. Studiengängen auf der Grundlage eines Begutachtungsverfahrens durch entsprechende Akkreditierungsagenturen (siehe Unten).

Im Akkreditierungsverfahren werden Studienprogramme bzw. Studiengänge auf die Einhaltung qualitativer Standards und struktureller Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Hochschulrahmengesetzes (HRG) hin überprüft.

Überprüft und bewertet werden Inhalte, Verfahrensabläufe, Studierbarkeit, Berufsfähigkeit und Studienbedingungen (Studienablauf und Prüfungsorganisation, Beratungs- und Betreuungsangebote, Ausstattung und räumliche Gegebenheiten).

Ziel ist es, die Qualität der Studienprogramme bzw. Studiengänge zu sichern, Transparenz zu bewirken, Verfahrenssicherheit zu schaffen, die nationale sowie internationale Anerkennung der Abschlüsse zu gewährleisten und damit die internationale Mobilität der Studierenden zu erleichtern.

Studiengänge bzw. Studienprogramme werden grundsätzlich befristet akkreditiert. Nach Ablauf der jeweiligen Frist erfolgt daher eine erneute Prüfung in Form einer Re-Akkreditierung, die die Aufrechterhaltung der Qualität der Studiengänge bzw. Studienprogramme gewährleistet. Die Befristung wird so berechnet, dass eine Studienkohorte bis zum Abschluss geführt wird und erste Aussagen über den Studienerfolg des Programms getroffen werden können.

Akkreditierungsagenturen

Folgende Agenturen sind berechtigt, das Qualitätssiegel des Akkreditierungsrates an von ihnen akkreditierte Studienprogramme bzw. Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor und Master zu vergeben:

ACQUIN – Akkreditierungs-, Certifizierungs- und Qualitätssicherungs- Institut (Studiengänge aller Art)

AHPGS – Akkreditierungsagentur für Studiengänge im Bereich Heilpädagogik, Pflege, Gesundheit und Soziale Arbeit e.V.

AQAS – Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (Studiengänge aller Fachrichtungen)

ASIIN – Akkreditierung für Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, der Informatik, der Naturwissenschaften und der Mathematik

FIBAA – Foundation for International Business Administration Accreditation (wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge)

ZEvA – Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover (Studiengänge aller Fachrichtungen)

Verlauf eines (Re)Akkreditierungsverfahren

Stufe I

Anfrage der Hochschule mit aussagekräftigen Vorabinformationen an die entsprechende Akkreditierungsagentur (siehe oben)

Annahme der Anfrage durch die entsprechende Akkreditierungsagentur zur formalen Vorprüfung, Erstellung eines Angebots für das Akkreditierungsverfahren (zeitlicher Verlauf und Kosten), Übermittlung des Leitfadens zur Antragsstellung an die Hochschule

 

Stufe II

Erteilung des Auftrags auf Akkreditierung durch die Hochschule, Erstellung des Akkreditierungsantrags (Selbstgericht) entsprechend dem Leitfaden / Gliederungsvorschlag der jeweiligen Agentur sowie Übermittlung dessen an die Agentur

Agentur stellt Gutachten zusammen

Durchführung der Begutachtung vor Ort (Audit) am Hochschulstandort: Gesprächsrunden mit Hochschulleitung, Fakultäts- und Studiengangsleitung, Lehrenden und Studierenden

Übermittlung des Akkreditierungsberichts (Sachverhaltsdarstellung) der Akkreditierungsagentur an die Hochschule zur Prüfung auf sachliche Richtigkeit, ggf. anschließende Korrekturen / Ergänzungen seitens der Hochschule

 

Stufe III

Entscheidung über die Akkreditierung durch die Akkreditierungskommission nach vorheriger Sichtung des Akkreditierungsberichts im zuständigen Fachausschuss, Mitteilung der Entscheidung an die Antrag stellende Hochschule und ggf. an die Genehmigungsinstanz

 

Stufe IV

Reakkreditierung nach ca. 5 Jahren

Ausgangslage / Gesetzeslage

Gemäß § 28 Abs. 5 des Landeshochschulgesetzes M-V (LHG) vom 05.07.2002 sind Studiengänge, die zu einem Bachelor- oder Masterabschluss führen, bei einer anerkannten Stelle zu akkreditieren.

Mit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) "Künftige Entwicklung der länder- und hochschulübergreifenden Qualitätssicherung in Deutschland" vom 01.03.2002 ist das Akkreditierungssystem in Deutschland dauerhaft etabliert worden.

Um die Ziele zu erreichen, wurde der Akkreditierungsrat eingerichtet. Dieser setzt sich als unabhängige Einrichtung aus 17 Mitgliedern (Vertreter der Länder) der Hochschulen, der Studierenden und der Berufspraxis zusammen.

Die Aufgabe des Akkreditierungsrates besteht darin, Akkreditierungsagenturen (siehe Oben) zu begutachten bzw. zu akkreditieren, die ihrerseits wiederum Studienprogramme bzw. Studiengänge akkreditieren. Die Akkreditierungsagenturen sowie ggf. auch die von ihnen akkreditierten Studienprogramme bzw. Studiengänge tragen im Falle einer erfolgreichen Begutachtung das Qualitätssiegel des Akkreditierungsrates.

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