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SeitentitelFrege-Konferenz
Datum23.10.2014 - 17:09h
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Frege-Konferenz

Frege: Freunde und Feinde

Der Mathematiker, Logiker und Philosoph Gottlob Frege wurde 1848 in der Hansestadt Wismar geboren. Aus Anlass seines 165. Geburtstages organisierte das Gottlob-Frege-Zentrum der Hochschule Wismar die 3. Internationale Gottlob-Frege-Konferenz vom 12. bis zum 15. Mai 2013 in der Hansestadt. Die Vorgängerkonferenzen fanden im Mai 1979 an der Universität Jena und im September 1984, von der Universität Jena organisiert, in Schwerin statt.

Gottlob Frege leistete wesentliche Beiträge zu den Grundlagen der Wissenschaften und damit auch zur Entwicklung der Informatik. Noch heute sind seine Ideen Ausgangspunkt für fruchtbare Weiterentwicklungen und streitbare Diskussionen.

Am Sonntag, dem 12. Mai, liefen 12 Konferenzteilnehmer bei der 27. Gottlob-Frege-Wanderung mit, die von der Hansestadt Wismar gemeinsam mit dem Wanderverband Mecklenburg-Vorpommern jährlich organisiert wird. Anlass ist die Tatsache, dass Gottlob Frege bis ins fortgeschrittene Alter hinein den Weg zwischen seiner Wirkungsstätte an der Universität Jena und seiner Heimatstadt Wismar zu Fuß bewältigte. Auf der 20 km langen Wanderstrecke von Bad Kleinen nach Wismar wurden auch einige Stätten besichtigt, die an Gottlob Frege erinnern.

Am Abend nach der Wanderung stellte Christian Frege aus Bad Gandersheim in einem öffentlichen Vortrag an der Hochschule die weitverzweigte Familie Frege vor. Neben dem Wissenschaftler Gottlob Frege gab es einen sehr engagierten Pastor Frege, nach dem in Berlin-Schöneberg eine Straße benannt ist. In Leipzig waren mehrere Bankiers und Unternehmer Frege ansässig, die ihr Vermögen auch für gemeinnützige Zwecke einsetzten. Und auch hinter dem Frontsänger der Toten Hosen versteckt hinter seinem Pseudonym seinen wahren Namen Andreas Frege. Er vermag heute viel mehr Leute in seinen Bann zu ziehen als sein genialer Verwandter Gottlob Frege.

Das wissenschaftliche Programm wurde am Montagmorgen vom Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommerns Brodkorb eröffnet, der diese Gelegenheit zum Anlass nahm, um die philosophischen Arbeiten Freges mit denen der antiken Stoiker in Verbindung zu setzen.

Die Konferenz stand unter dem provokativen Motto der Triade

„Frege: Freund(e) und Feind(e)“. 

Damit sollten sowohl die Anhänger als auch die Widersacher Fregescher Ideen zu Wort kommen.

Den wissenschaftlichen Auftakt gab Prof. Hans Sluga (Berkeley, USA) mit einem Vortrag, der Freges Arbeiten zum Thema „Sinn und Bedeutung“ untersuchte. Prof. Wolfgang Künne (Hamburg) würdigte in seinem Gedenkvortrag den wohl bekanntesten Frege-Kenner unserer Zeit, den Ende 2012 verstorbenen Engländer Michael Dummett. Prof. Patricia Blanchette (Notre Dame, USA) sprach über die verschiedenen Ansätze von Frege und Hilbert bei der Axiomatisierung von Theorien. Ein weiterer öffentlicher Vortrag beschäftigte sich mit dem Versagen von Freges Axiomatik in seiner Logik. Der letzte Vortrag von Prof. Peter Simons (Dublin) ging dem Gedanken nach, was Frege wohl gedacht hätte, wenn er in unserer Zeit leben würde.

Während der Vorträge wurden drei Hauptrichtungen in den Arbeiten von Gottlob Frege angesprochen:

  1. Seine Versuche, die Mathematik logisch zu begründen, haben viel zur Grundlegung beigetragen, waren letztendlich aber nicht erfolgreich.
  2. Die zu diesem Zwecke entwickelte moderne mathematische Logik hat sich aber durchgesetzt und wird vielfach angewandt, nicht zuletzt auch in der maschinellen Wissensverarbeitung.
  3. Die sprachphilosophischen Arbeiten Freges haben zur Entwicklung der analytischen Philosophie geführt, sind auch heute noch aktuell und werden von vielen Philosophen weltweit diskutiert.


Ein origineller Beitrag von Dr. Mario Harz (Cottbus) stellte eine Codierung vor, die logische Formeln in Musik, in Akkord-Folgen, überträgt. Am Montagabend konnten die Teilnehmer beim Empfang der Hansestadt Wismar dem Chor der FH Lausitz lauschen, der als Krönung die musikalische Übersetzung „Gott lobt Frege in C-Dur" von Freges Logik aufführte. 

Die Konferenz fand in einer bemerkenswert fruchtbaren und aufgeschlossenen Atmosphäre statt. Die 35 Teilnehmer aus 10 Ländern waren von dem wissenschaftlichen Programm, dem Rahmenprogramm und der Aufmerksamkeit durch Vertreter der Öffentlichkeit sehr angetan.

Ein Bericht von Dieter Schott


Termin

12.-15. Mai 2013


Tagungsort

  • Montag: Zeughaus, Ulmenstraße 15
  • Dienstag/Mittwoch: Hochschule Wismar, Rechenzentrum

Die Orte können Sie der Karte entnehmen, die zusätzlich Orte der Erinnerung an Frege in Wismar enthält.


Veranstalter

Frege-Zentrum der Hochschule Wismar

 

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